Praeventionsstudie
Präventionsumfrage: Vor-Ort-Apotheken fördern Bewegung
Prävention begleiten: Apotheken sind wichtige Akteure.
Wo fängt Prävention im Alltag an? Sie wissen es aus Ihrer täglichen Praxis am besten: oft direkt bei Ihnen in der Apotheke. Unsere neue Repräsentativbefragung in Zusammenarbeit mit dem Wort & Bild Verlag bestätigt, dass die Apotheke vor Ort für die Bevölkerung eine wichtige Lotsenfunktion erfüllt. Menschen wünschen sich verlässliche, nahbare Ansprechpartner*innen vor Ort. Und genau die finden sie bei Ihnen in der Apotheke.
In einer Sonderausgabe der Apotheken Umschau aus der Reihe Impact beleuchten Haleon und der Wort & Bild Verlag Wissen und Handlungsweisen bei den Themen Bewegung und Prävention, die Gründe für mangelnde Bewegung sowie die Rolle der Apotheke vor Ort bei der Prävention.
„Die im Folgenden vorgestellten aktuellen und ernüchternden Ergebnisse einer Befragung zur Prävention, in der sich auf der lösungsorientierten Seite, mit den Apotheken als niedrigschwelligem und anonymem Zugangsweg in das Versorgungssystem, auch neue Präventionsakteure in den Fokus bringen, bestätigen die Notwendigkeit zum Handeln”, so Prof. Dr. med. Kai Kolpatzik, Chief Scientific Officer des Wort & Bild Verlags und Mit-Initiator der Präventionsbefragung.
Dabei ist die Rolle der Apotheken in der Gesundheitsberatung und als einer der wichtigsten Ansprechpartner für Prävention keine Zukunftsvision, sondern bereits ein klarer Wunsch Ihrer Kund:innen: So befürwortet eine überwältigende Mehrheit von 76 Prozent der Befragten, dass Apotheken künftig verstärkt Aufgaben in der Gesundheitsförderung und Prävention übernehmen sollten.
Prävention in der Praxis: Was Menschen bewegt – und wo die Apotheke ansetzen kann
Gesundheitsförderung und ein aktiver Lebensstil sind für die meisten Menschen wichtige Ziele. Doch der Alltag erweist sich oft als die größte Hürde. Um die Lücke zwischen dem Wunsch nach Gesundheit und tatsächlichem Gesundheitsverhalten besser zu verstehen, hat Haleon gemeinsam mit dem Wort & Bild Verlag eine repräsentative Umfrage unter nahezu 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Präventions- und Bewegungsverhalten in Deutschland durchgeführt.1
Die Ergebnisse liefern wertvolle Einblicke für Ihre Beratungspraxis und zeigen: Die Apotheke vor Ort genießt als niedrigschwelliger Gesundheitspartner hohes Vertrauen und kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, Menschen zu einem gesünderen Lebensstil mit mehr Bewegung zu motivieren.
Das Fundament – Vertrauen und Akzeptanz als Gesprächsöffner nutzen
Die Bevölkerung wünscht sich eine stärkere Rolle der Apotheke in der Prävention. Die Daten belegen das enorme Vertrauen und die hohe Akzeptanz, die Sie und Ihr Apotheken-Team vor Ort genießen.
- Niedrigschwelliger Ansprechpartner: Für 75 Prozent der Deutschen ist die Apotheke eine leicht erreichbare Anlaufstelle für Gesundheitsfragen – ganz ohne Termin.
- Aktive Systementlastung: Bereits heute konnte mehr als ein Drittel der Deutschen dank kompetenter Apothekenberatung bei Schmerzen auf einen Arztbesuch verzichten.
- Hohe Nutzungsbereitschaft: Fast 73 Prozent der Befragten würden erweiterte Präventionsleistungen wie Vorsorge-Checks in der Apotheke aktiv nutzen.
Praxis-Tipp: Nutzen Sie dieses Vertrauen als aktiven Gesprächseinstieg. Ein einfacher Hinweis auf Präventionsangebote oder das sichtbare Auslegen von Informationsmaterial kann bereits die Tür für ein tiefergehendes Gespräch öffnen, das von Kund:innen laut den Daten explizit gewünscht wird.
Die Realität im Alltag - Wissen, Motivation und Rahmenbedingungen sind entscheidend
Ihre Beratung kann hier den entscheidenden Unterschied machen, indem Sie auf die spezifischen Barrieren eingehen:
- Die Wissenslücke: Nur rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland kennt die aktuellen WHO-Bewegungsempfehlungen von mindestens 150 bis 300 Minuten moderater (aerober) körperlicher Aktivität pro Woche.
- Der Mangel an Aktivität: Mehr als die Hälfte (58,9 Prozent) der Bevölkerung treibt nicht regelmäßig Sport. Besonders die Kräftigung der Muskulatur wird von vier von zehn Befragten (39,3 Prozent) vernachlässigt.
- Der „innere Schweinehund“ als Hauptbarriere: Die größten Hürden für einen aktiven Lebensstil sind fehlende Motivation und familiäre Verpflichtungen. Während bei sportlich inaktiven Frauen mangelnde Motivation dominiert (34,7 Prozent), sind es bei Männern zeitliche Barrieren durch die Familie (30,8 Prozent).
- Auch die Rahmenbedingungen spielen eine Rolle: Nur die Hälfte der Erwachsenen (49,3 Prozent) gibt an, dass in ihrer direkten Wohnumgebung ausreichend Fußwege, Radwege, Grünflächen/Parks, öffentliche Sportanlagen (z. B. Fußballplätze, Basketballplätze, Schwimmbad) oder andere öffentliche Flächen vorhanden sind, die zu aktiver Fortbewegung und/oder körperlich-sportlicher Aktivität anregen.
Praxis-Tipp: Übersetzen Sie die komplexen WHO-Ziele in einfache, machbare Alltagstipps. Empfehlen Sie neben dem regelmäßigen Fitnessstudiobesuch oder Sportverein z. B. immer wieder kurze „Aktivitäts-Snacks“ wie zügiges Gehen und Treppensteigen oder verweisen Sie auf Gruppenangebote und Kurse, um die soziale Motivation zu fördern.
Die Schmerz-Barriere: Ein Teufelskreis besonders für Ältere
Auch Schmerzen können eine große Hürde für körperliche Aktivität darstellen. Dies betrifft besonders ältere Menschen und führt oft in einen Teufelskreis aus Schmerz, Inaktivität und weiterem Muskelabbau.
- Bewegungseinschränkung durch Schmerz: Ergänzende Daten aus einer eigenen Erhebung zeigen, wie stark Schmerzen die tägliche Bewegung der Menschen in Deutschland beeinträchtigen: 70,1 Prozent der Deutschen wurden im letzten Monat durch Schmerzen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, davon waren 48,9 Prozent „leicht", 17,1 Prozent „deutlich” und 4,1 Prozent „stark eingeschränkt".
- Schmerz als Altersphänomen: Während bei den 18- bis 29-Jährigen nur 5,4 Prozent Schmerzen als Grund für Inaktivität nennen, steigt dieser Wert bei den 55- bis 65-Jährigen auf 20,6 Prozent an.
- Potenzial der Schmerzberatung: Eine kompetente Schmerzberatung kann hier den entscheidenden Unterschied machen. Denn Schmerzen sind behandelbar und ihre Linderung kann der erste Schritt sein, um wieder mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.
Praxis-Tipp: Positionieren Sie Schmerztherapie als „Ermöglicher“ für Bewegung. Erklären Sie im Beratungsgespräch aktiv den Zusammenhang: Eine adäquate Schmerzlinderung ist oft die Voraussetzung, um den Teufelskreis zu durchbrechen und wieder in einen aktiven Lebensstil einsteigen zu können.
Apotheken Umschau Impact Ausgabe September 2026 zum Download